Konzept für ein autofreies Wohngebiet

Das Netzwerk Autofreie Mitte setzt sich für ein Gebiet von mehreren zusammenhängenden autofreien Wohnblöcken in der Neuen Mitte Altona ein. Die Gemeinschaften, die sich im Netzwerk organisiert haben, wollen dort bauen, auf eigene PKWs und damit auch Stellplätze verzichten (Reduzierung des Stellplatzschlüssels auf 0,1 pro Wohneinheit) und die Nutzung von motorisiertem Verkehr auf ein Mindestmaß reduzieren.

Konzept für ein autofreies Wohngebiet in der Neuen Mitte Altona 1

Konzept für ein autofreies Wohngebiet in der Neuen Mitte Altona 1

Durch die Konzentration von autofreien Baugemeinschaften auf ein Gebiet kommen viele positive Effekte besonders zum Tragen: Die Straßen innerhalb des Quartiers werden zu Wegen mit besonderer Aufenthaltsqualität ohne motorisierten Verkehr. Es wird demnach möglich Straßenräume für viele Aktivitäten „wieder zu erobern“. Weil autofreie Projekte keine Tiefgaragen brauchen, reduzieren sich die Baukosten erheblich, und die zusätzlichen unversiegelten Flächen schaffen Raum für die Begrünung der Innenhöfe. Dadurch entstehen mehr Kinderspielflächen und Freizeiträume, die über Straßenräume hinweg miteinander verbunden werden.

 

Verteilt man hingegen autofreie Nutzung nach dem „Gießkannenprinzip“ über das Quartier, werden diese Chancen nicht genutzt. Für das Netzwerk mit seinen etwa 500 Personen lässt sich aktuell ein Bedarf von 20.000 Quadratmeter Wohnfläche berechnen. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass der Bedarf noch einmal auf das Doppelte ansteigt, weil sich viele Menschen entstehenden autofreien Projekten anschließen wollen. Wir rechnen daher mit rund 30.000 Quadratmetern Wohnfläche, etwa 38.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Bei dieser Größenordnung sind blockübergreifende größere Areale realisierbar.

 

Durch die Konzentration von autofreien Baugemeinschaften auf ein Gebiet kommen viele positive Effekte besonders zum Tragen: Die Straßen innerhalb des Quartiers werden zu Wegen mit besonderer Aufenthaltsqualität ohne motorisierten Verkehr. Es wird demnach möglich Straßenräume für viele Aktivitäten „wieder zu erobern“. Weil autofreie Projekte keine Tiefgaragen brauchen, reduzieren sich die Baukosten erheblich, und die zusätzlichen unversiegelten Flächen schaffen Raum für die Begrünung der Innenhöfe. Dadurch entstehen mehr Kinderspielflächen und Freizeiträume, die über Straßenräume hinweg miteinander verbunden werden.

 

Verteilt man hingegen autofreie Nutzung nach dem „Gießkannenprinzip“ über das Quartier, werden diese Chancen nicht genutzt. Für das Netzwerk mit seinen etwa 500 Personen lässt sich aktuell ein Bedarf von 20.000 Quadratmeter Wohnfläche berechnen. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass der Bedarf noch einmal auf das Doppelte ansteigt, weil sich viele Menschen entstehenden autofreien Projekten anschließen wollen. Wir rechnen daher mit rund 30.000 Quadratmetern Wohnfläche, etwa 38.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Bei dieser Größenordnung sind blockübergreifende größere Areale realisierbar.

 

Die Hamburger Architekturbüros Auraplan und SML – Architekten haben auf ehrenamtlicher Basis ein Konzept erarbeitet, wie unsere Ziele in der Neuen Mitte Altona realisiert werden können. Unser autofreies Wohngebiet ist nach diesen Plänen für die südöstliche Spitze der Neuen Mitte konzipiert und grenzt im Norden an den Park, an der östlichen Seite an die Harkortstraße und im Westen an die Kurt-Tucholsky-Schule und die alten Bahnhofshallen. Über drei Blöcke soll sich das Quartier erstrecken und damit 50.000 m² Bruttogeschossfläche bereitstellen, um weitere Nutzer – beispielsweise Schulen, Senioren, Menschen mit Behinderung, Studenten oder auch Hotel-/Boardinghausnutzung – von den Synergien autofreien Wohnen profitieren zu lassen.

 

Ein autoarmes Quartier ist dann ideal gelegen, wenn die neu gewonnenen Qualitäten nicht durch Durchgangsverkehre wieder zerstört werden. Der geplante Standort bietet sich deswegen besonders an, weil er bei der Erschließung weiterer Bauabschnitte nicht durchfahren werden müsste. Gleichzeitig bietet diese Lösung der angrenzenden Schule ein autoarmes Umfeld. Die Schüler gelangen nun sicher von der geplanten Bushaltestelle durch das neue Wohngebiet an ihren Schulort.

Konzept für ein autofreies Wohngebiet in der Neuen Mitte Altona 2

Konzept für ein autofreies Wohngebiet in der Neuen Mitte Altona 2

Die Platzierung des Gebiets würde zwei Fünftel der Neubaukanten an der Harkortstraße einnehmen. Damit würden auch die Anwohner im gegenüberliegenden Gerichtsviertel von der geringeren Verkehrsbelastung profitieren. Wünschenswert wäre zudem eine Verkehrsberuhigung auf der Harkortstraße durch Einrichtung einer Shared Space oder zumindest einer Tempo 30-Zone.
Denn wenn die Bewohner des autofreien Gebiets zu einer Verkehrsminderung beitragen, wäre es nur fair, wenn die passierenden Fahrzeuge Rücksicht nehmen. Gleichzeitig würde man so vermeiden, dass die Harkortstraße durch die zu erwartenden größeren Verkehrsaufkommen zu einer trennenden Durchgangsschneise wird, sondern neue und alte Nachbarschaft zusammenwächst. Die Querung zwischen altem und neuen Viertel über die beruhigte Trasse durch das autoarme Gebiet zum Park wird
dann sprichwörtlich zum Spaziergang.

 

Altona wird mit großen zusätzlichen Verkehrsaufkommen durch neue Wohngebiete zurechtkommen müssen. Der im Vergleich sehr hohe Emissionsausstoß durch PKWs im Hamburger Innenstadtbereich übersteigt schon jetzt häufig die EU-Grenzwerte für Schadstoffbelastungen. Angesichts dessen kann Hamburg in der Neuen Mitte Altona ein Zeichen für zukunftsfähige Wohn- und Mobilitätsformen setzen, die die Umwelt und die Gesundheit der Bürger schonen.

 

Nur sehr selten stehen große zusammenhängende Bauflächen im Innenstadtbereich zur Verfügung. In Städten wie Freiburg, Tübingen, Münster oder Köln hat die Politik im letzten Jahrzehnt das Entstehen von autofreien Wohngebieten in der Form, wie auch wir sie uns vorstellen, aktiv betrieben. Jetzt hat auch Hamburg die Chance, einen groß angelegten Modellversuch umzusetzen. Ein solches Projekt in Altonas Neuer Mitte kann Vorbildcharakter entwickeln und Nachahmer in der ganzen Stadt finden.