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Logo Netzwerk Autofreie Mitte Altona

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Das Netzwerk Autofreie Mitte Altona besteht aus dreizehn Baugruppen mit über 500 Mitgliedern und ist damit der größte Zusammenschluss von Bürgern, die das Areal aktiv mitgestalten und dor t wohnen wollen. Zwei Hamburger Architektenbüros haben für das Netz werk einen Standort ermittelt und Pläne entwickelt, wie die Vorstellungen des Netz werkes realisiert werden können.

Mit der Neuen Mitte Altona soll bald ein neuer Stadtteil in einem der beliebtesten Stadtteile Hamburgs realisiert werden.

 

 

Omnigramm Netzwerk Autofreie Mitte Altona

Omnigramm Netzwerk Autofreie Mitte Altona

Es ist eines der ehrgeizigsten Neubau-Wohnprojekte mitten im Innenstadtkern der Stadt. Seit gut zwei Jahren triff t sich das Netzwerk Autofreie Mitte Altona und arbeitet an konkreten Plänen, wie Hamburg hier ein Vorzeigeprojekt entwickeln kann: Das wachsende Bündnis von dreizehn Hamburger Baugruppen unterschiedlichster Couleur will auf dem Gelände ein zusammenhängendes Quartier für autofreies Wohnen realisieren, das in seiner Größe bisher einzigartig für Hamburg wäre.

 

 

500 neue Nachbarn für die Neue Mitte Altona

Das Netzwerk Autofreie Mitte Altona ist der größte Zusammenschluss Hamburger Bürger, die auf dem Gelände der Neuen Mitte Altona wohnen und den Stadtteil aktiv mitgestalten wollen.

Netzwerk Autofreie Mitte Altona - Drei Blöcke

Netzwerk Autofreie Mitte Altona – Drei Blöcke

Seit Gründung Ende 2010 wächst das Netzwerk rapide. Heute arbeiten rund 500 Menschen in dreizehn Baugemeinschaften mit einem Bedarf von rund 15-20.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche an der Vision eines neuen, lebenswerten und grünen Stadtteils. Sie eint der Traum, gemeinsam auf bezahlbaren Grundstücken eine lebendige Nachbarschaft von Jung und Alt, Arm und Reich, Familien und Singles zu verwirklichen, die zu 90 Prozent autofrei sein soll.

Die Ziele des Netzwerks sind:

 

  • preisgünstiger und bezahlbarer Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung
  • bunte Wohnformen mit unterschiedlichen Konzepten auf kleinen Baufeldern in einem autofreien Stadtteil
  • nachhaltiges, energieeffizientes und ökologisches Bauen
  • kreative Nachbarschaften
  • ruhiges und grünes Wohnen und öffentliche Erholungsflächen ohne Bahnlärm
  • Gewerbe an den Gleisen (Lärmschutz)
  • Freiräume anstelle von Parkplätzen
  • nachbarschaftliche Treffpunkte – Räume für Gestaltung ohne Konsumzwang
  • gute Infrastruktur (Schule, Kinderbetreuung, Seniorenangebote, offene Kinder- und Jugendarbeit, Pflege im eigenen Wohnraum, Kultur, Sport)

Das Netzwerk Autofreie Neue Mitte Altona knüpft an Erfahrungen autofreier Projekte in anderen Städten wie Heidelberg, Hannover, Freiburg oder Köln an. In einem dicht besiedelten Stadtteil wie Altona profitieren alle Bewohner von autofreien Wohnformen: Die Schüler haben sicherere Schulwege, für die
Senioren erhöht sich die Aufenthaltsqualität, die öffentlichen Park- und Quartiersflächen sind ruhiger, und die Straßen füllen sich mit spielenden Kindern und plaudernden Nachbarn statt von Autos zugeparkt zu werden.

 

Das von zwei Hamburger Architekturbüros entwickelte Konzept ermöglicht zudem ein Zusammenwachsen des neuen Stadtteils Neue Mitte Altona mit dem Nachbarstadtteil Altona Nord. Nur indem die Harkortstraße verkehrsberuhigt wird, kann die Neue Mitte Altona organisch in die bereits bestehende Viertellandschaft hineinwachsen. Von allen anderen Seiten ist der neue Stadtteil durch bestehende Verkehrswege , vor allem Bahntrassen, abgeschnitten.

 

Soll die Neue Mitte Altona also nicht von vornherein als isolierter Stadtteil entwickelt werden, muss die Harkortstraße verkehrsberuhigt werden. Gerade aufgrund dieses Viertel-verbindenden Stadtentwicklungsansatzes begrüßt der große Teil der Altonaer Öffentlichkeit das Konzept der Autofreien Mitte Altona. Viele Parteien, Verbände und Initiativen im Stadtteil, denen wir das Konzept in den vergangenen Monaten vorgestellt haben, unterstützen unsere Pläne.

 

Die Zeit ist reif für große autofreie Wohnprojekte in Hamburg, auch die Politik fordert sie schon lange. Gerade in Altona kann die Umsetzung gelingen: Denn in der unmittelbaren Nachbarschaft der Neuen Mitte leben bereits mehr als 60 Prozent der Haushalte autofrei.

Das Netzwerk der dreizehn Baugemeinschaften will die Chance nutzen, im Herzen der Stadt ein autofreies Wohnprojekt zu etablieren, das eine Strahlkraft entwickeln könnte, die weit über die Grenzen Hamburg hinausreicht. Denn: Die Zukunft des städtischen Lebens muss zunehmend ohne eigenes Auto gedacht werden. Autofreies Wohnen bietet zudem eine hohe Attraktivität für alle Gesellschaftsschichten, insbesondere für Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung.

 

Die Baugemeinschaften im Netzwerk spiegeln die Vielfalt Altonas wider, die sich auch im neuen Stadtteil wiederfinden soll: Künstler, Familien mit Kindern, Senioren, die gemeinsam älter werden wollen, Menschen mit Behinderungen, Migranten, Angestellte, Freiberufler oder Unternehmer. Das Netzwerk trifft sich seit gut zwei Jahren regelmäßig und entwickelt in regem Austausch mit Lokalpolitik, Verbänden, der Behörde für Stadtentwicklung und Anwohnern sein Konzept weiter, damit in Altonas Neuer Mitte ein attraktiver Stadtteil entsteht, der sich an den Bedürfnissen der Hamburger Bürger orientiert.

Aufgrund der immens großen Knappheit an preiswertem Wohnraum und dem sich stetig verminderten Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand in Hamburg fordern wir, dass der Senat in den Abwendungsvereinbarungen sicherstellen muss, dass Grundstückspreise durchgesetzt werden, die für den Durchschnittsbürger bezahlbaren Miet- und Eigentumswohnungsbau ermöglichen.

Fakten zum Netzwerk Autofreie Mitte Altona:

 

  • Dreizehn Baugemeinschaften mit 500 engagierten Menschen: KunstBleibe, Mittendrin, Ebbe und Flut, AltoJa, Blaue Blume, Gruppe 11, Leben mit Behinderung Hamburg, Gruppe 57, Altonah, Großes Haus, Stadtdorf, Gleishaus, Gemeinsam älter werden
  • gegründet 2010, seitdem stetiger Zulauf von weiteren interessierten Baugemeinschaften
  • regelmäßiger Austausch mit Lokalpolitik, Verbänden, Anwohnern, Architekten, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
  • enge Zusammenarbeit mit dem Verein Autofreies Wohnen e.V., der auch die autofreien Wohnprojekte in der Saarlandstraße und am Kornweg begleitet hat, sowie den Architekturbüros Auraplan und SML-Architekten (www.autofreieswohnen.de,  www.auraplan.de,  www.sml-architekten.de)

Weitere Informationen: www.altonasneuemitte.de

 

 

Neue Mitte Altona: vom Brachland zum Stadtquartier

Die Neue Mitte Altona kann nur mit den Bürgern und Bürgerinnen Altona gemeinsam entstehen. Das Netzwerk Autofreie Mitte Altona fordert ausreichend bezahlbares Bauland – günstiges Bauland muss Teil der Abwendungsvereinbarungen werden.

 

Wer mit der Bahn nach Altona fährt, kann beobachten, wie heute lichter Birkenwald auf der riesigen, aber unzugänglichen Brachfläche wächst und gedeiht. Seit mehreren Jahren laufen Planungen, diesen Zustand zu ändern und die ehemaligen Bahnareale, diesen leeren Ort zwischen den dicht besiedelten Stadtteilen, zu einem lebendigen Quartier, der Neuen Mitte Altona, zu entwickeln.

 

Die Phase der ersten visionären Ideen ist längst vorüber. Das Projekt ist im ganz normalen Planungsalltag angekommen. Viele Aktive machten enttäuschende Erfahrungen, wie wenig Mitgestaltung tatsächlich erwünscht oder möglich ist.

Zurzeit wird in der BSU der Bebauungsplan Altona Nord 26 erarbeitet. Damit werden zum Beispiel Art und Maß der Bebauung oder die Anordnung von öffentlichen Flächen rechtsverbindlich festgesetzt. Der Entwurf, der in einer ersten öffentlichen Plandiskussion im Februar vorgestellt worden ist, orientiert sich an dem Masterplan als Ergebnis eines städtebaulichen Wettbewerbes. Die hier vorgeschlagene Größe und Lage des öffentlichen Parks, die Form der Baublöcke und die Erschließung werden nun in einen Bebauungsplan (B-Plan) übersetzt und Stück für Stück präzisiert.

 

Alternativvorschläge sollten nach dem Willen der BSU nicht weiterverfolgt werden. Mit jeder Präzisierung stehen und fallen der spätere Charakter und die Qualitäten des neuen Quartiers. Ob eine Straße oder ein Platz zum Verweilen einlädt oder dem Verkehr zum Opfer fallen wird, entscheidet sich in der jetzt anstehenden Planungsphase. Im Herbst soll der Entwurf öffentlich ausgelegt werden. Neben dem B-Plan gibt es ein weiteres bedeutsames Planungswerkzeug: Die Abwendungsvereinbarungen zwischen der Stadt und den vier derzeitigen Eigentümern der Fläche, das heißt die Abwendung des Vorkaufsrechts der Stadt Hamburg. Nach dem Willen der BSU sollten die Verträge die präzisieren Ausformulierungen wie zum Beispiel Straßenquerschnitte enthalten. Das mache es leichter, auf zukünftige Entwicklungen zu reagieren, ohne jedes Mal in den Plan eingreifen zu müssen. Es gibt aber auch die Befürchtung, die Verträge seien das schwächere Instrument und die Investoren könnten die Bedingungen leichter zu ihren Gunsten verändern.

An sich ist die Position der Stadt nicht schlecht, denn die Wertschöpfung des bisher als Verkehrsfläche ausgezeichnete Geländes kann erst starten, wenn das Planungsrecht angepasst ist. Dafür aber sind die Investoren auf die Stadt angewiesen. Die Abwendungsvereinbarungen werden weitgehend hinter verschlossenen Türen verhandelt, eine Beteiligung der Öffentlichkeit ist nicht vorgesehen und nicht analog zur B-Planentwicklung gesetzlich vorgeschrieben.

 

Die Arbeit am B-Plan und die Verhandlungen zu den Verträgen laufen parallel. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt, um über die städtebaulichen Qualitäten und den Charakter des Quartiers zu sprechen.

Dies steht und fällt damit:

 

  • wie der Preis des Baulandes verhandelt werden kann, ob ausreichend bezahlbarer Wohnraum entstehen kann,
  • wie weit die Investoren sich vom Standard des „Wohnens auf Tiefgarage“ lösen können, um Baukosten zu senken
  • wie weit Qualitäten des autofreien Wohnens im öffentlichen Raum erlebbar werden können.

Daher zählen wir darauf, dass die BSU ihrer Ankündigung nachkommt und die Abwendungsvereinbarungen vor der politischen Abstimmung und Entscheidung öffentlich den Bürgern und Bürgerinnen in Altona vorstellt.