Neue Mitte Altona – laut, dunkel und keine Chance für ein zusammenhängendes autoarmes Wohnquartier

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Presseerklärung vom Netzwerk Autofreie Mitte Altona

Verteilung der Wohnformen in der Mitte Altona

Verteilung der Wohnformen in der Mitte Altona

Zwei Jahre haben die Eigentümer der innerstädtischen Fläche und die Stadt Hamburg über die Zukunft der neuen Mitte Altona verhandelt – nun liegen städtebaulicher Vertrag und Bebauungsplan vor.

Für große Empörung und Enttäuschung sorgen im Netzwerk Autofreie Mitte Altona:

– unzumutbare Lärmbelastungen durch den Bahnverkehr,

– großflächige Verschattungen durch hohe und enge Bauweise,

– keine Konzentration der autofreien Bauprojekte.

 

Das Netzwerk besteht aus 18 Baugemeinschaften mit über 500 „kleinen und großen Menschen“ und ist damit der mit Abstand größte Zusammenschluss von Bürgern, die das Areal aktiv mitgestalten und dort langfristig wohnen wollen. Bereits Anfang 2013 hatte das Netzwerk im Gespräch mit Parteien, Presse und Verbänden ein Konzept für ein autofreies Quartier im neuen Stadtteil präsentiert.

 

Trotz einiger Erfolge des Engagements des Netzwerks Autofreie Mitte Altona, (Bereitstellung von 20% Baugemeinschaftsflächen, Zusammenfassung der Baugemeinschaften in zwei Blöcken, niedriger Stellplatzschlüssel für Baugemeinschaften) wurde die Chance für ein zusammenhängendes autofreies Wohngebiet vertan:

 

„Statt wie in unserem Vorschlag die autoarmen Baugemeinschaften zusammenzulegen, werden sie in zwei Blöcken nach Norden und Süden auseinandergerissen. Und auch innerhalb der Blöcke ist keine Konzentration von autofreien Baugemeinschaften geplant. Die für Hamburg vermutlich unwiederbringliche Gelegenheit, durch die Umsetzung des mutigen und zukunftsweisenden Entwurfes für ein großräumiges autofreies Quartier, mit anderen Städten wie z.B. Köln und Freiburg gleichzuziehen, bleibt somit ungenutzt und von einem autofreien Modellquartier kann keine Rede mehr sein“, sagt die Architektin Rose Scharnowski von Auraplan Architekten. Sie hat das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Büro SML-Architekten nach den Vorstellungen der engagierten Baugemeinschaften erarbeitet.

 

Eine weitere Idee des Netzwerks, das gewachsene Wohngebiet „Gerichtsviertel“ auf gute Nachbarschaft mit dem neuen Quartier verkehrsberuhigt zu verbinden, unter anderem durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Harkortstraße von 30 km/h, ist immer noch nicht geklärt.

 

Das Netzwerk findet es darüber hinaus unverständlich, dass kein aktiver Lärmschutz vereinbart wurde. Das bedeutet, dass die über den erlaubten Grenzwerten liegenden Lärmemissionen, verursacht durch Schienenverkehr, Tag und Nacht ungefiltert in das gesamte Neubaugebiet einstrahlen. Vor allem im nördlichen Bauabschnitt oberhalb des Parks werden Baukosten durch passiven Lärmschutz auf die zukünftigen Eigentümer abgewälzt. Deutliche Einschränkungen der Lebensqualität und die Gesundheitsgefährdung der Bewohner werden in Kauf genommen. Das Netzwerk fordert ein aktives Lärmschutzkonzept.

Lärmgutachten Mitte Altona bei Nacht

Lärmgutachten Mitte Altona bei Nacht

Es ist zu wünschen, dass aufgrund der Einwände und Diskussionen zum städtebaulichen Vertrag und dem Bebauungsplan noch Änderungen im Sinne der Bürgerforderungen nachverhandelt und umgesetzt werden.

 

Netzwerk Autofreie Mitte Altona    Hamburg, den 11.02.2014